Kreatin (Creatin)

 

Kreatin - Beliebter aber nicht unumstrittener Kraftmacher
Viele Namen, eine Diskussion: Kreatin, auch Creatin, Creatine oder etwas komplizierter N-Amidinosarkosin ist eine angeblich leistungssteigernde Substanz, die sich im Body-Building-Bereich und anderen Leistungssportarten als Nahrungsergänzungsmittel großer Beliebtheit erfreut.
Doch was hat es damit auf sich? Unser Körper bildet Kreatin zum Teil selbst in sogenannter körpereigener Biosynthese, andere Anteile werden über die Nahrung aufgenommen, wie z.B. über Fisch und Fleisch. Damit ist Kreatin eine körpereigene Substanz, seinen Namen hat das die organische Säure denn auch vom griechischen Wort kreas für Fleisch.
Kreatin wurde in Deutschland erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts von Chemiker Justus von Liebig im Fleisch von Säugetieren nachgewiesen. Das war rund 15 Jahre nachdem sein französischer Kollege Eugène Chevreul Kreatin bereits in Fleischbrühe ausgemacht hatte.
Eines steht fest: Kreatin ist für den menschlichen Organismus lebens- und überlebensnotwendig. Es wird in Form von Phosphokreatin sowohl für die Muskelkontraktion als auch für Hirn- und Nervenfunktionen benötigt.
Bei Menschen, die bedingt durch einen Gen-Defekt am Kreatin-Defizienz-Syndrom leiden, also deren Körper nicht ausreichend Kreatin produzieren kann, wurden schwerwiegende neurologische und neuro-muskuläre Störungen nachgewiesen, darunter Epilepsie, Autismus oder die Unfähigkeit, jemals sprechen zu lernen.
Aber in welchen Situationen braucht der gesunde Organismus mehr Kreatin?
Laut Internetlexikon wikipedia könne eine Nahrungsergänzung mit Kreatin bei erhöhtem Stress, Hochleistungssport oder z.B. sehr geringem Fleischkonsum angezeigt sein. Das mutet so an, als könne es eigentlich jeder gut gebrauchen. Differenzierter gibt sich hier die Stiftung Warentest: Für Sprinter und Werfer kann eine moderate zusätzliche Einnahme von Kreatin laut Stiftung Warentest eine größere Wiederholungszahl ermöglichen, das Trainingspensum kann also höher ausfallen. Im Freizeit- und Breitensport sei die zusätzliche Einnahme von Kreatin laut www.test.de jedoch sinnlos.
In Bodybuilder-Foren stehen Kreatin- oder auch Creatin-Kuren jedoch auf der Tagesordnung: Bei Onlineshops wird sogar "reines, deutsches Kreatinmonohydrat" angeboten und vor allem mit Leistungssteigerung sowie einer Verkürzung der Regenerationszeit geworben.
Auf anderen Seiten heißt es, Creatinprodukte seien besonders wichtig bei intensiven körperlichen Belastungen. Zu den Nebenwirkungen einer zu hohen Kreatindosierung zählen Blähungen, Durchfall, Muskelkrämpfe und Wassereinlagerungen.
Dennoch konstatierten Experten der Internationalen Gesellschaft für Sporternährung (International Society of Sports Nutrition), dass Kreatin das wirkungsvollste legale Nahrungsergänzungsmittel sei, dass Athleten derzeit - das Gutachten stammt aus dem Jahr 2004 - zur Verfügung stehe.

Das Olympische Kommitee hatte bereits 1998 entschieden: Kreatin darf weiterhin zur Ergänzung der Sportlernahrung, wie es heißt, "zur natürlichen Leistungssteigerung" eingenommen werden. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Kreatin bei höherer und höchster Muskelbelastung als Nahrungszusatz sinnvoll ist, weil es den Energiezustand der Muskelzellen, also deren Batterieladung verbessert. Jeder sollte jedoch abwägen, inwieweit diese finanzielle Investition sich für den eigenen Körper wirklich rentiert oder man sich selbst mit Kreatin, das unser Körper ohnehin in ausreichendem Maße produziert, überversorgt.

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