Aminosäuren im Sport

 


Aminosäuren sind Bausteine, die unter anderem als proteinogene Aminosäuren Proteine bilden. Im menschlichen Körper spielen mindestens 22 proteinogene Aminosäuren eine Rolle, die teilweise als nicht-essenzielle Aminosäuren aus Kohlenhydraten synthetisiert werden. Der überwiegende Teil jedoch, die essenziellen Aminosäuren, werden über die Nahrung aufgenommen. Darüber hinaus sind mindestens 250 nicht-proteinogene Aminosäuren mit wichtigen biologischen Funktionen bekannt.

Bedeutung der Aminosäuren

Für den Hormonhaushalt und den Muskelaufbau sind die Aminosäuren äußerst bedeutsam, Zellwachstum wäre ohne sie nicht möglich. Auch die Regeneration, die Heilung von Verletzungen und Gelenkbeschwerden, die Stärkung des Immunsystems und selbst der Schlaf werden durch sie beeinflusst. Sie werden im Körper nicht direkt gespeichert, sondern ständig neu gebildet, stehen aber als Aminosäurenpool zur Verfügung. Dieser enthält beim durchschnittlichen Erwachsenen permanent rund 200 Gramm Aminosäuren. Bei einer normalen körperlichen Aktivität und Ernährung genügt dieser Pool. Erst wenn Sportler ambitioniert trainieren und ebenso gezielt regenerieren müssen, ist eine Supplementierung angebracht. Hierbei haben einzelne Aminosäuren wie das Glutamin-Peptid eine besondere Bedeutung, das von Leber, Niere, Lunge und Gehirn synthetisiert wird und dazu weitere Aminosäuren benötigt. Erforderlich sind hierzu unter anderem die essenziellen Aminosäuren Isoleucin und Valin. Die höchste Konzentration von Glutamin findet sich in den Muskelzellen, dort werden die Wassereinlagerung und ein größeres Zellvolumen unter Belastung bewirkt. Der Körper nimmt dieses anabole Signal zum Anlass für die Bildung von Glykogen und Proteinen. Wenn die Belastung eine bestimmte Grenze überschreitet, wie das bei intensiv trainierenden Sportlern regelmäßig der Fall ist, genügt die körpereigene Glutaminsynthese nicht mehr, eine Supplementierung ist indiziert.

Zuführung über Nahrung und Nahrungsergänzung

Die natürlichen Quellen für die Zuführung von Glutamin und anderen essenziellen Aminosäuren sind beispielsweise Milch-, Soja- und Weizeneiweiß sowie alle sonstigen isoleucin- und valinhaltigen Produkte. Die Zuführung über die Nahrung stößt jedoch aufgrund der benötigten Menge (die den Körper belastet) im Leistungssport an Grenzen. Aus diesem Grund werden Glutaminsupplemente eingesetzt, denen eine schützende Wirkung auf die Muskulatur nachgesagt wird. Das Zellvolumen steigt, die Zellen nehmen zudem Flüssigkeit auf. Beides zusammen stellt die Grundlage für einen verbesserten Muskelaufbau und erhöhte Energiereserven dar. Das wurde in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen, die allerdings bislang erst über relativ kurze Zeiträume durchgeführt wurden. Die gezielte Supplementierung mit Aminosäuren stellt einen relativ jungen Zweig innerhalb der Sportlernahrung dar. Zu beachten wären mögliche Nebenwirkungen, deren bekannteste das chinese restaurant syndrome ist, weil Glutamat als Geschmacksverstärker in der Chinaküche verwendet wird. Der Effekt kann bei einigen Personen ein Enge- und Hitzegefühl sein, auch Magen- und Kopfschmerzen treten vereinzelt auf. Nichtsdestotrotz ist die positive Wirkung während des Trainings erwiesen, denn die Glutaminsäure nimmt bei intensiver Anstrengung das dadurch freigesetzte Zellgift Ammoniak auf und wirkt damit neuromuskulären Schäden entgegen.


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